Im Geschäftsjahr 2025 setzte die Kombiverkehr KG ihren strategischen Fokus konsequent auf die Weiterentwicklung und die Modernisierung der eingesetzten IT-Systeme. Ziel bleibt es, die Effizienz und Qualität der operativen Prozesse im Kerngeschäft nachhaltig zu steigern sowie den Kundenservice kontinuierlich auszubauen.
Die technologische Basis der Unternehmensprozesse bilden weiterhin die zentralen Eigenentwicklungen CAT (Capacity- and Train-Management) sowie KOBRA (Kommerzielle Bearbeitung und Buchung von Aufträgen). Über diese Systeme werden wesentliche Geschäftsprozesse wie Auftragsabwicklung, Transportsteuerung und -überwachung, Fakturierung sowie Rechnungsprüfung gesteuert. Ergänzt werden die Kernsysteme durch spezialisierte Softwarelösungen und Anwendungen von Drittanbietern, die eine digitale und medienbruchfreie Prozesslandschaft über sämtliche Unternehmensbereiche hinweg sicherstellen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag 2025 auf der technischen Modernisierung der eigenen Anwendungen. Neben der Einführung neuer und benutzerfreundlicherer Oberflächen wurden auch die zugrunde liegenden Systemarchitekturen und Datenbanken umfassend erneuert und an aktuelle technologische Anforderungen angepasst. Durch diese Maßnahmen konnten Performance, Stabilität und Skalierbarkeit der Systeme weiter verbessert werden. Das Portal meinKOMBIVERKEHR wurde nach einer Projektphase im Jahr 2025 Ende Juni 2026 um eine neue Anwendung zur Emissionsbilanzierung erweitert. Die im Verbund mit anderen Unternehmen vermarktete Datendrehscheibe KV 4.0 ist auch im Jahr 2025 von der Branche sehr gut angenommen worden und etabliert sich mehr und mehr. Abgeschlossen wurde das Projekt KIBA, in dessen Fokus die Künstliche Intelligenz zur Beladeoptimierung lag.

Die digitale Transformation im Bereich IT-Lösungen im Intermodalen Verkehr schreitet voran. Unsere Datendrehscheibe KV 4.0, die wir mit Partnern entwickelt haben und gemeinsam vermarkten, wird mehr und mehr vom Markt angenommen. Bereits über 30 Unternehmen haben sich dem System angeschlossen und setzen auf die zukunftsweisende Lösung für beste Vernetzung zwischen allen Akteuren in der intermodalen Transportkette. Weitere 55 Unternehmen sind an unserem System interessiert. Das zeigt deutlich: KV 4.0 trifft den Nerv der Zeit und bietet echten Mehrwert für moderne, vernetzte Prozesse - insbesondere bei Fahrplänen, Buchung, Tracking und Terminalslots.

Kombiverkehr treibt die Modernisierung seines zentralen IT-Systems CAT weiter voran. Die Anwendung wird von eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie vom Personal unserer Kombiverkehr-Agenturen an den Terminals genutzt. Auch im Geschäftsjahr 2025 wurden wichtige Fortschritte erzielt, die Stabilität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit stärken.
Aufgrund veralteter Technologien und auslaufender Herstellerunterstützung war eine Erneuerung erforderlich. Ziel ist eine technologische Basis "state-of-the-art" sowie effizientere Entwicklungs- und Betriebsprozesse. Künftig kommen eine aktuelle Programmiersprache, moderne Webtechnologien, neue Frameworks und eine OAuth2-basierte Authentisierung zum Einsatz, um Wartbarkeit, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Die Umstellung erfolgt schrittweise. Parallel zum bestehenden System übernimmt ein neuer CAT3-Service nach und nach Funktionen und stellt eine neue Web-Oberfläche bereit. So bleibt der laufende Betrieb unbeeinträchtigt, während die Weiterentwicklung voranschreitet. Bis Ende des Jahres 2026 sollen alle neuen CAT-Oberflächen erfolgreich ausgerollt sein.
Zudem wurde CAT an die KV 4.0-Datendrehscheibe angebunden, über die Daten automatisiert zwischen Kombiverkehr, Kunden und Partnern ausgetauscht werden. Das steigert Effizienz und Aktualität der Informationen.
Für die kommenden Jahre ist unter anderem ein neues Online-Buchungssystem („Easy Booking“) geplant. Insgesamt stärkt das Projekt die Leistungsfähigkeit von CAT und richtet es gezielt auf die Anforderungen eines digitalisierten Logistikumfelds aus.

Zusammen mit dem Hamburger Software-Unternehmen shipzero haben wir ein gemeinsames Projekt zur Bilanzierung von Transportemissionen erfolgreich umgesetzt. Nach intensiver Konzeptions-, Entwicklungs- und Implementierungsphase im Geschäftsjahr 2025 und in den letzten Monaten ging die neue IT-Lösung Ende Juni 2026 offiziell in Betrieb. Die Methodik von shipzero ist vom Smart Freight Centre zertifiziert, vollständig an das internationale Global Logistics Emission Council Framework V3 angelehnt und entspricht dem Standard ISO 14083.
Mit der neuen Anwendung stellen wir unseren Kunden tagesaktuelle und präzise Emissionsdaten für jeden mit Kombiverkehr durchgeführten Transport 24 Stunden nach Transportende bereit und werden damit den steigenden Anforderungen in der Berichterstattung gerecht. Die im zentralen Auftragssystem CAT neu integrierten Emissionsdaten werden per Webservice den Kunden des Unternehmens im Portal meinKOMBIVERKEHR angezeigt bzw. für die weitere Datenselektion zum Download angeboten. Für die visuelle Aufbereitung der Emissionseinsparung besteht für die Portalanwender zudem die Möglichkeit, das eigene Firmenlogo zu integrieren und ein Emissions-Zertifikat als PDF-Dokument zu erstellen.

Im September 2025 wurde mit KIBA (Künstliche Intelligenz und diskrete Beladeoptimierungsmodelle zur Auslastungssteigerung im Kombinierten Verkehr) ein weiteres vom Bundesverkehrsministerium gefördertes Projekt erfolgreich abgeschlossen. Kombiverkehr hat im Rahmen des Projekts maßgeblich an Verfahren zur Netzwerkoptimierung und Zugbeladeplanung mitgewirkt, deren Ergebnisse in die bestehenden Systeme der Projektpartner integriert werden können.
Die entwickelten Modelle ermöglichen eine deutlich effizientere Nutzung der Zugkapazitäten, indem Ladegewicht und -länge optimal ausgeschöpft werden. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, Kranwege und Umladevorgänge in den Terminals zu reduzieren. Durch die automatisierte Berücksichtigung zahlreicher Einflussgrößen sowie KI-basierte Aufkommensprognosen werden Ladeeinheiten so verteilt, dass Züge bestmöglich ausgelastet sind und Transporte mit kurzen Laufzeiten und minimalen Umstiegen ihr Ziel erreichen.
Für die Anwender bleibt die Komplexität im Hintergrund: Buchungsanfragen werden automatisiert verarbeitet und durch den Optimierer in optimale Transportlösungen überführt. Dabei greift das System nicht nur auf aktuelle Anfragen zurück, sondern berücksichtigt auch prognostizierte Sendungsmengen und regelmäßige Kundenverkehre, um Kapazitäten vorausschauend zu planen.
Bislang basieren die Berechnungen auf historischen Testdaten. In einem nächsten Schritt sollen die Modelle mit aktuellen Betriebsdaten validiert werden, um ihren Mehrwert gegenüber der bisherigen manuellen Planung zu belegen. Ziel ist es, den Planungsaufwand für jährlich rund 700.000 bis 800.000 Ladeeinheiten signifikant zu reduzieren und gleichzeitig die Effizienz im Kombinierten Verkehr weiter zu steigern.