Der Kombinierte Verkehr ist ein zentrales Element nachhaltiger Logistik. In Deutschland ersetzt er jährlich rund sechs Millionen Lkw-Fahrten und trägt damit wesentlich zur Entlastung von Straßen sowie zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei. Doch dieses System gerät zunehmend unter Druck. Sinkende Zuverlässigkeit durch Verspätungen und Zugausfälle, umfangreiche Streckensperrungen infolge der Generalsanierung des Bahnnetzes, fehlende leistungsfähige Umleitungsstrecken sowie steigende Trassenpreise und weitere Kosten belasten mehr und mehr Eisenbahnverkehrsunternehmen, KV-Operateure und Spediteure.
Die Folgen sind gravierend: Transporte werden zunehmend von der Schiene zurück auf die Straße verlagert – häufig dauerhaft. Bereits eine Verlagerung von 30 Prozent würde über eine Million zusätzliche Lkw-Fahrten pro Jahr bedeuten, verbunden mit erheblichen ökologischen und wirtschaftlichen Nachteilen. Für Industrie, Handel und Logistik steht damit nicht weniger als die Stabilität europäischer Lieferketten auf dem Spiel.
Um Aufmerksamkeit zu schaffen und Lösungen aufzuzeigen, wurde die Initiative „Rettet den Kombinierten Verkehr“ gestartet. Sie ruft Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu auf, die klimafreundliche Alternative Straße-Schiene zu sichern – bevor ein funktionierendes System irreparablen Schaden nimmt.
Die Initiative wurde im Herbst 2025 durch einen Offenen Brief an den Bundesverkehrsminister sowie das Management der Deutschen Bahn angestoßen. Koordiniert wird sie maßgeblich von Hupac, TX Logistik und Kombiverkehr. Mehr als 40 Intermodal- und Logistikunternehmen, Terminals, Branchenverbände sowie Eisenbahnverkehrsunternehmen und Infrastrukturakteure bilden mittlerweile eine starke Allianz mit einer gemeinsamen, sichtbaren Stimme und stehen hinter den Forderungen der Initiative.
Um auf die aktuellen Sorgen und Nöte der intermodalen Logistikbranche aufmerksam zu machen und die Forderungen der Initiative zu diskutieren, fand im März 2026 in Berlin ein Round Table Gespräch mit namhaften Politikern aus dem Verkehrs- sowie Haushaltsausschuss, Verbandsvertretern und Logistikern statt. In Einzelterminen mit Abgeordneten vieler Parteien wurden anschließend Inhalte vertieft und Lösungsansätze zur Stabilisierung des Systems gesucht.
Bildnachweis ©Dirk Enters



